Gemeindepädagogin Annette Lockenvitz

Lockenvitz - farbWelche Beweggründe führten Sie in den kirchlichen Dienst?
Im Hause meiner Großeltern habe ich das Beten gelernt. Mein Großvater war Pastor und meine Großmutter eine typische Pastorenfrau dieser Generation. Meine Tante war die Katechetin der Gemeinde. Sie hat mir den Glauben vermittelt, und die Geborgenheit, die wir als Christen erfahren dürfen, habe ich durch sie spüren können. Auch mein Elternhaus war  christlich geprägt, daher ging ich zur Christenlehre und zum Konfirmandenunterricht. Durch diese Erfahrungen geprägt, bin ich der Kirche immer verbunden geblieben. Ehrenamtlich habe ich im Kindergottesdienstkreis in Wismar mitgearbeitet. Als eine Fortbildung angeboten wurde, nahm ich teil. Daraus wurde dann eine gemeindepädagogische Ausbildung. Ganz fremd ist mir der kirchliche Dienst ohnehin nicht, denn ich habe sieben Jahre in zwei Kirchengemeinden als Sekretärin gearbeitet und die Pastoren unterstützt. Für diese Zeit bin ich sehr dankbar, weil ich mein dort Erlerntes in meine jetzige Arbeit einbringen kann.

Welches Ziel, welche Perspektive verbinden Sie mit Ihrer Arbeit in St. Johannis?
Ich möchte diese Geborgenheit durch Gott, die ich selbst immer noch spüre und die mich immer wieder hält, an „meine“ Kinder weitergeben. Mein Sohn sagte mal im Vorbeigehen  zu mir: „Es ist total schön, dass wir Christen sind“. Mehr nicht. Ehe ich antworten konnte, war er auch schon wieder weg. Diese Selbstverständlichkeit in die Lebenswirklichkeit der Kinder mit einzubringen und  zu verknüpfen, ist mein Ziel.

Was ist in Ihren Augen das Besondere an St. Johannis?
Ich mag die Kirche. Ganz fremd war mir der Bau nicht, steht doch in Wismar eine des gleichen Typs, nur nicht so versteckt. Mich faszinieren die Kirchenmauern. Wenn man genau hinsieht kann man ganz viele schöne, heile Steine sehen. Aber auch viele, die nicht mehr perfekt sind. Sie wurden mit eingeschoben und tragen ebenso wie die „guten“ Steine, ihre Last. In dieser schlichten Kirche lenkt (fast) nichts ab vom Kreuz.

An der Gemeinde St. Johannis sind mir sofort die vielen Menschen aufgefallen. Nicht nur die Gottesdienstbesucher, auch die vielen Ehrenamtlichen, die großen Chöre, die Christenlehrekinder. Die große Herzlichkeit Aller konnte ich wieder am Tage meiner Einführung spüren. Danke!

Welche Aufgabe sollte Ihrer Meinung nach die Kirche in unserer heutigen Zeit besonders wichtig nehmen?
Eine Welt, die sich ständig verändert, begegnet uns täglich. Mir sind unsere kirchlichen Traditionen und Rituale wichtig. Das Kirchenjahr bewusst erleben und feiern. Die Kirche sollte ein Ort sein, der uns gut tut, wo wir Kraft schöpfen können. Kraft für eine Welt, die nicht wir erobern, sondern die uns erobert. Wichtig ist mir, dass wir als Kirche offen für Alle sind. Für alle Menschen, die Trost und Halt suchen, für alle, die eine Lebensorientierung suchen, für alle, die in ihrer jeweiligen Lebenssituation den Weg in die Kirche finden. Ich wünsche mir, dass wir Mitarbeiter die Bedürfnisse unserer Mitmenschen erkennen und Ansprechpartner sind und sein können.

 

Kontakt zur Gemeindepädagogin

Annette Lockenvitz
Tiergartenallee 4
18059 Rostock
Tel. 0381-255 45 107
Tel. 0171-999 26 72
katechetin(at)st-johannis-rostock.de

 

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